Ehrenamt

Ihre Ansprechpartnerin: Katja Eichhorn
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.
Tübinger Straße 5
10715 Berlin
Telefon: (0 30) 8 57 84-1 20
Fax: (0 30) 8 57 84-1 41
ehrenamt@caritas-berlin.de  

 
Behinderte Menschen  

Hohe Lebensqualität ist das Ziel

Behindertenhilfe der Caritas betreut über 800 Menschen mit Behinderungen

 

Für Menschen mit Behinderungen bieten die Dienste und Einrichtungen der Caritas im Erzbistum Berlin vielfältige Hilfen an. Ihnen wird eine hohe Lebensqualität ermöglicht, ihre Fähigkeiten sollen optimal erhalten und gefördert werden. Das reicht von Wohnheimen über Sonderschulen bis zu Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Angeboten der Seelsorge.

Insgesamt leben, lernen und arbeiten in 19 Einrichtungen über 800 Menschen mit Behinderungen. Sie werden von engagierten und gut ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Es ist ihnen in den letzten Jahrzehnten gelungen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der behinderten Menschen stetig zu verbessern.

Die Caritas und die ihr angeschlossenen Mitglieder setzen sich im Interesse der Menschen mit Behinderung gegen Tendenzen zur Wehr, die Lebensqualität mit dem Argument leerer Kassen einzuschränken.

Ansprechpartner zum Thema Behindertenhilfe:

Georg Lochen
Telefon: (0 30) 6 66 33-10 69
Fax. (0 30) 6 66 33-10 95
g.lochen@caritas-berlin.de

 

Bischof Franz Kamphaus: Der Mensch hat nicht Wert, der Mensch hat Würde

Aus einem Vortrag anlässlich der Eröffnungsveranstaltung des "Institutes Mensch, Ethik und Wissenschaft" am 1. März 2002 in Berlin

Wir machen uns nichts vor: Wenn wir Menschen mit schweren Behinderungen sehen, weichen wir fast instinktiv aus. Die Irritation angesichts körperlich oder geistig behinderter Menschen ist tief in die Evolution des Lebendigen eingeschrieben, sie sitzt uns in den Knochen, und wird heute durch den Kult von Vitalität und Stärke gefördert. Niemandem ist ein Vorwurf daraus zu machen, dass er verunsichert ist und abwehrend reagiert, wenn er behinderten Menschen begegnet. Aber das ist keine Rechtfertigung, sondern eine Herausforderung: Wir haben lebenslang daran zu arbeiten, Behinderte in Freiheit und Liebe zu würdigen wie jeden anderen Menschen. Das gerade ist Ausdruck von Kultur.

Viele sehen in körperlichen und geistigen Behinderungen im wesentlichen eine biologisch-medizinische Störung normaler Körperfunktionen. Das Normale ist der Maßstab des vollgültigen menschlichen Lebens. Normal gleich rundum funktionstüchtig! Wer das nicht bringt, ist behindert. So gesehen wird eine Behinderung fast automatisch zur "Minus-Variante des normalen" (A. Lob-Hüdepohl). Das Minus als Vorzeichen vor dem ganzen Leben - das kann doch nicht wahr sein. Statt behinderte Menschen immer nur in der Perspektive ihres Unvermögens zu sehen, gilt es die Augen zu öffnen für ihre Fähigkeiten. Wer Behinderung mit Leiden gleichsetzt, der übersieht viel Lebensfreude, viel Charakterstärke in der Art, wie Betroffene Einschränkungen ins eigene Leben integrieren. Im Atelier der Lebenshilfe Frankfurt arbeiten derzeit 18 geistig behinderte Maler und Bildhauer. Nicht ihre Behinderung weckt ihre Kreativität, sondern ihre Begabung. Selbstwertgefühl und Selbstverständnis beruhen doch nicht auf unseren Defiziten, sondern auf unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten.

Hier soll nicht das Leben von und mit behinderten Menschen schön geredet werden. Es gibt unter ihnen Verzweifelte, die lieber tot sein möchten als dass sie leben. Sie können ihr Leben nicht annehmen, weil sie selbst von ihrer Umwelt nicht angenommen sind. Genau das macht ihre eigentliche Behinderung aus; genau das können wir ändern, wenn wir es ändern wollen. Nicht körperliche oder geistige Beeinträchtigungen als solche, sondern deren soziale Folgen, die Reaktion der Anderen lassen behinderte Menschen in erster Linie an ihrem Leben verzweifeln. Im Klartext: Behindert wird man nicht allein durch eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung, sondern durch eine behinderte Gesellschaft, die Fremdheitserfahrungen nicht verarbeitet oder sie als Bedrohung ihres Selbstwertes versteht.